Verbandsliga 5. Spieltag: Bünde 2 mit Pauken und Vuvuzelas

Verbandsliga 5. Spieltag: Bünde 2 mit Pauken und Vuvuzelas

Das neue Jahr 2026 hat begonnen und am 25.01 kehrte auch unsere zweite Mannschaft zum Ligabetrieb zurück. Nach einer grandiosen Siegesserie mit 8:0 Mannschaftspunkten war man gewillt, diesen Trend aufrechtzuerhalten und plante mit voller Besetzung zum Aufsteiger nach Halle (Westf.) zu fahren. 
Leider erkrankte Reiner Gudath ein paar Tage zuvor, jedoch konnten wir uns mit Matts Struckmeier schnell einen guten Ersatzmann sichern.

Der Winter hat Deutschland an diesen Tagen fest im Griff und so fragte der Mannschaftsführer des SK Halle am Abend zuvor an, ob wir den Mannschaftskampf nicht aufgrund der drohenden Glättegefahr verschieben wollten. Wir lehnten ab und einigten uns auf einen verzögerten Spielstart um 12 Uhr. 
So kamen wir am Sonntag pünktlich und sicher am Austragungsort der Schule an, waren jedoch anfangs verwirrt, da wir weder den Spielsaal noch Kontrahenten des gegnerischen Vereins aufgefunden haben. 

Diese trafen erst gegen 11:50 ein und mussten noch schnell alle Bretter aufbauen. Mannschaftsführer Sivirincuk gab dann mit etwas Verspätung die Bretter um 12:05 frei.

Die Partien starteten und die ersten Züge kamen aufgrund von guter Vorbereitung unsererseits schnell aufs Brett. Doch wer zu diesem Zeitpunkt dachte, dass hier ein ruhiger und eindeutiger Mannschaftskampf zu sehen ist, wurde schnell eines Besseren belehrt. 
Alle 16 Spieler mussten zumindest die ersten 2 Stunden mit einer unfreiwilligen Anfeuerung kämpfen, da in der Halle neben dem Turniersaal parallel ein Handballspiel mit einigen Fans stattfand. 
Solch einen Support hat man im Schach eher selten und so wurden die Eröffnungen und frühen Mittelspiele von Pauken und Vuvuzelas begleitet.

Aber auch schachlich kam es rasch zu ersten Ereignissen. 
An Brett 6 konnte Ulrich Hagemeier mit schwarz gegen den aufstrebenden Jugendspieler Conrad Florian Schröder (DWZ: 1612) durch ein taktisches Springeropfer einen Bauern im Mittelspiel gewinnen (Computerbewertung: -2.20). Damit waren sich einige Bünder sicher, dass der sonst so souveräne Elsestädter diese Partie auf kurz oder lang in einen vollen Punkt umwandeln würde. 
Uli fand leider im Turmendspiel nicht den richtigen Plan, ließ den Gegner einen Freibauern bilden und verlor daraufhin sogar seinen Mehrbauern. Kurze Zeit später musste Ulrich dann leider aufgeben. So sah man sich in dieser Saison zum ersten Mal einem Rückstand entgegen.

Die meisten Partien wirkten zu diesem Zeitpunkt ausgeglichen, nur an Brett 4 und 5 zeichnete sich für die Bünder eine bessere Stellung ab. An Brett 5 durfte Tim Kröger erneut mit der richtigen Farbe ran und zeigte mit den weißen Steinen seine bestechende Form. Im späten Mittelspiel erarbeitete sich Tim gleich zwei verbundene Freibauern auf der 6. Reihe, die der Gegner mit Turm und Läufer nicht mehr aufhalten konnte. 
Damit also der schnelle Ausgleich zum 1:1. 

An Brett 4 kam Jannis Altenbernd super aus der Eröffnung und konnte bereits im 9. Zug mit einem taktischen Bauernvorstoß auf d4 einen ganzen Bauern gewinnen. Nachdem einige Züge später ein paar Figuren getauscht wurden und auch noch ein weiterer Zentrumsbauer bei Gegner Markus Schirmbeck fiel, musste dieser zur 2:1 Führung für die Bünder aufgeben.

Daraufhin steuerte unser Mannschaftsführer Tobias Maiwald an Brett 3 gegen den nominell stärkeren Gegner Klaus Blümel (DWZ: 1904) in etwas besserer Stellung ein mannschaftsstrategisches Remis bei.

Der Mannschaftskampf neigte sich damit zugunsten der Bünder, was durch den Partieverlauf am letzten Brett verstärkt wurde. An Brett 8 war auf Ersatzmann Matts Struckmeier zum zweiten Mal in dieser Saison Verlass. Er konnte im Mittelspiel gegen seinen 240 Punkte schwächeren Gegner einen Bauern gewinnen, tauschte nach Schema F alle Figuren ab und hatte ein gewonnenes Bauernendspiel auf dem Brett. Dies bedeutete die Auswärtsführung zum 3,5:1,5. 

An dieser Stelle spielten noch Kiril Konovalov (Brett 1), Ralf Danielmeier (Brett 2) und Mattias Tiedemann (Brett 7). Mattias hatte gegen Altmeister Karl-Heinz Krautkrämer eine verlorene Stellung auf dem Brett; Ralf sah sich nach der Eröffnung einer leicht besseren Stellung gegenüber, konnte aber aufgrund des Zeitvorteils Druck gegen die erst 12-jährige Lilian Schirmbeck (DWZ: 2035) aufbauen. Diesem konnte sie nicht standhalten und spielte in folgender Stellung ein inkorrektes Figurenoper:


Nach Lxd4? zeigt die Engine bereits -2.69 für Schwarz an, was durch die anschließende Zugabfolge bestätigt wurde:




Nach den von weiß logischen Zügen folgte hier von Ralf stark Dc7 und schwarz verbleibt mit einem Mehrbauern und Angriff gegen den geschwächten weißen König. Dies ließ sich unser zweites Brett nicht nehmen und konnte einige Züge später sogar Matt setzen.

 

Damit war der Kampf bereits gewonnen, aber trotzdem wollte sich Mattias in diesem Endspiel noch nicht geschlagen geben:




Hier kam es, wie es so oft für Bünde 2 in dieser Saison kommen musste: Schwarz steht hier klar auf Gewinn (Engine: -4.92), schmeißt aber mit Td6?? fast alles an Vorteil weg, wodurch sich das Blatt wieder pro Bünde wendete. Es folgte Txb7 und nach Sd5 war die Stellung komplett ausgeglichen, wodurch man sich kurze Zeit später auf Remis einigte.


Dies sah auch Kiril Konovalov an Brett 1. Nachdem er seinen Vorteil im Turmendspiel nicht verwerten konnte, gab er nach knapp 5 Stunden Kampf ebenfalls seine Partie Remis, wodurch der Auswärtssieg zum 2,5:5,5 feststand.


Bünde 2 konnte sich damit an diesem Spieltag mit 10:0 Mannschaftspunkten weiter vom Verfolgerfeld absetzen, da im gleichen Zuge Gütersloh 3 und Porta Westfalica im Kampf um den Aufstieg Federn ließen.


Am 22.02.26 kann es damit im Heimspiel gegen Gütersloh 3 schon zu einer Vorentscheidung im Aufstiegsrennen in die Regionalliga kommen, da man mit einem weiteren Sieg alle Gegner aus der oberen Tabellenhälfte bespielt hätte und der Punktevorsprung dadurch immens wäre.



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