Deutsche Pokalmannschaftsmeisterschaft: 2:2 und im Stechen verloren

Deutsche Pokalmannschaftsmeisterschaft: 2:2 und im Stechen verloren

In der Vorrunde der Deutschen Pokalmannschaftsmeisterschaft hatten wir Heimrecht und durften die Gäste vom SC Heimbach-Weis-Neuwied (1. Bundesliga), die Schachfreunde Hamburg (Oberliga Nord Nord) und den SK Nordhorn Blanke (Oberliga Nord West) in Bünde begrüßen.

Als Viertligist waren wir Außenseiter, wollten trotzdem mit Pascal Brunke, Maurice Gulatz, Ilija Kettler und Christian Brunke am Samstag in die nächste Runde einziehen.

Für eine mögliche Sonntagspartie standen auch schon vier Spieler bereit, nach einem krankheitsausfall am Samstag hatten wir aber auch da bereits Ersatz für Sonntag. 
Wir waren also vorbereitet.

Vorbereitet waren wir auch, was die Bewirtung betrifft.
Die Kalt- und Heißgetränke waren, wie es sich für die Bundesebene gehört, natürlich für alle kostenlos.
Familie Tiedemann hat dann noch selbstgemachten Kuchen und Gebäck gebracht. Vielen Dank!
Und am Sonntag haben wir belegte Brötchen besorgt.

Zurück zum Samstag. 
Die Auslosung brachte uns ein Heimspiel gegen die SF Hamburg.
Beim Blick auf den Elo-Schnitt war das das schwerste Los.
Hamburg brachte im Durchschnitt 2234 Punkte auf die Waage, wir hatten 2202 Elo-Punkte (Jemand meinte, dass das das vorweggenommene Endspiel ist).

In der anderen Begegnung hatte Heimbach-Weis-Neuwied einen Punkteschnitt von „nur“ 2155, hatte mit IM Lukas Winterberg aber auch den stärksten Spieler (Elo 2425) am Brett.
Nordhorn Blanke hatte einen Schitt von 2196.

Insgesamt also sehr ausgeglichen.

Die Bretter 1 und 2 unserer Gegner hatten sich direkt nach der Bekanntgabe der Aufstellung noch schnell am Handy vorbereitet, waren aber nach gespielten fünf Minuten schon raus aus der Vorbereitung, denn Pascal (Brett 1) und Maurice (Brett 2) hatten sich am Brett für andere Varianten entschieden. 

Während Pascal nach der Eröffnung ausgeglichen Stand, hatte Maurice nach wenigen Zügen einen leichten Vorteil. 
Einen Vorteil hatte auch Christian an Brett drei, den er im Mittelspiel ausbauen konnte. Ein Mehrbauer am Damenflügel und Druck gegen den gegnerischen Isolani. Der Computer zeigt nach gut 20 Zügen einen Vorteil von zwei Punkten an.

An Brett vier spielte Ilija mit den schwarzen Steinen, opferte einen Bauern und bei entgegengesetzt rochierten Königen hatte Ilija nach gerade einmal 15 Zügen eine tolle Stellung erspielt. Vier Punkte besser sagt der Computer.
Es sah gut aus, doch wir konnten den Vorteil an den Brettern nicht halten.

Pascal gab am Damenflügel einen Bauern, erhielt dafür aber nicht das erhoffte Gegenspiel.
Maurice hat zwar keinen Bauern geopfert, hat aber trotzdem einen Bauern weniger und stand zudem nicht gut. 
Und Christian trieb seinen a-Bauern bis nach a6. Das sah nett aus, gab aber den Vorteil wieder aus der Hand. Bei der Partie von Ilija übersah der Bünder einen Zwischenzug, dadurch verlor er zwei Leichtfiguren und erhielt dafür nur einen Turm.
Plötzlich hatten wir zwei Verluststellungen, eine leicht schlechtere mit einem Minusbauern und eine unklare in Remisbreite.

Die Partie mit der Remisbreite war bei Christian und die endete auch kurz vor der Zeitkontrolle im 34. Zug mit einem Remis.
Die Schlussstellung wird von dem Blechkasten (Computer) mit Ausgleich angegeben, aber vermutlich etwas angenehmer für den Hamburger zu spielen.

Die zweite beendete Partie war die von Maurice. 
Ab dem 20. Zug steht Maurice permanent (teilweise bis zu fünf Punkte) schlechter, kämpfte weiter und nach 42 Zügen ist die Stellung plötzlich ausgeglichen. Wenige Züge später stand auch dort ein Remis auf dem Partieformular.

Klarer Vorteil, dann klarer Nachteil, auch Ilija kämpfte super weiter und gewann einen Bauern. Da sich die restlichen Bauern von beiden Spielern am Königsflügel versammelten, war auch diese Stellung ausgeglichen. 50 Züge dauerte die Partie dann noch, doch ein Vorteil für Weiß oder Schwarz stellte sich nicht ein. Da beide Seiten kein Material mehr zum Mattsetzen hatten, war auch hier ein Remis das Ergebnis.

Die letzte laufende Partie wurde von Pascal gespielt, den Minusbauern hatte Pascal zurückerobert
Nach ca. viereinhalb Stunden hatte Weiß nur noch zwei Minuten Restbedenkzeit und Pasal hatte noch einige wenige Minuten mehr auf der Uhr.

Und dann schlägt die Computerbewertung plötzlich aus, eine Gewinnvariante für Schwarz wird angezeigt.

Stellung nach 47. Zug von Weiß (Db7).
Mit welcher Zugreihenfolge gewinnt Schwarz?

Ganz einfach, oder?


Vorgeschlagen wird:

47. … Lg8

48. Dxa7 h6

49. Lg2 (es droht Sf3+) hxg5

50. Dd4 De6

51. Kg1 Sg4

52. Td1 De2 (jetzt droht Txd5 und danach Lxd5 und Weiß kann nicht 2x zurückschlagen wegen Df2+ und Dh2# - oder anders herum)

53. Dd2 Dxd2

54. Txd2 Se3 und Schwarz gewinnt mindestens eine Qualität

 

Selbst wenn man die Züge nachspielt, wirkt es unwirklich. Das hätten wohl kaum einer gesehen und nur die allerwenigsten überhaupt geahnt.

 

Anstelle von Lg8 kam Le3 und auch diese Partie endete damit mit einem Unentschieden.

 

Es ging in ein Stechen.

Der sehr gute und souveräne Schiedsrichter Daniel Fuchs gab die Blitzpartien, die die Entscheidung bringen sollten frei.

Pascal zeigte dann, dass er ein guter Blitzer ist. Super Stellung, bessere Zeit 1:0 für Bünde.

Leider musste die anderen Bünder dann nacheinander aufgeben.

3:1 für Hamburg, die sich damit für die Sonntagspartie qualifiziert haben. Glückwunsch!

 

Wir haben super gekämpft, hatten tolle Stellungen, dann auch Glück und im Stechen dann knapp das Nachsehen.

Es hat trotzdem viel Spaß gemacht, zudem die Analysen und Gespräche mit den Gästen sehr angenehm waren.

Wir tun alles dafür, (irgendwann) wieder auf Bundesebene mitspielen zu dürfen. Ist eine coole Nummer!

 

In dem Parallelspiel Heimbach-Weis-Neuwied gegen Nordhorn Blanke gab es nur ein Unentschieden.

Die beiden IM´s am Spitzenbrett spielten Remis, die Punkteteilung kam durch Dauerschach.

Die Weiß-Spieler behielten in den drei weiteren Partien die Oberhand.

An Brett 2 und 3 gewann der Bundesligist und an Brett vier gewann Nordhorn Blanke.

 

Damit hatte der Bundesligist von Heimbach-Weis-Neuwied den Vergleich knapp mit 2,5:1,5 gewonnen.


DPMM Ergebnisse Vorrunde 1


Für Sonntag wurde die Farbverteilung wieder direkt vor der Partie ausgelost.

Und das Los entschied sich für einen Farbwechsel, wobei die Aufstellung erst nach der Auslosung benannt wird und gegenüber dem Vortag auch getauscht werden kann.

 

Hamburg gegen Heimbach-Weis-Neuwied

Am dritten Brett erspielten sich die Hamburger früh einen Vorteil, der dann auch zur 1:0-Führung umgesetzt wurde.

Den leichten Vorteil am zweiten Brett konnten die Hamburger nicht verwerten und das Damenendspiel endete ohne Sieger – Remis.

 

Die freundlichen Stellungen, aus Hamburger Sicht, an den beiden übrigen Brettern konnten jeweils in Gewinnstellungen verwandelt werden, sodass die Norddeutschen letztendlich deutlich mit 3,5:0,5 gewinnen konnten und ziehen damit in die nächste Runde ein.

Herzlichen Glückwunsch!

 

Wir hoffen, dass wir allen Gästen gute Bedingungen bieten konnten, wünschen eine gute Heimreise und bis zum nächsten Mal!


DPMM Ergebnisse Vorrunde 2