Verbandsliga 6. Spieltag: Siegesserie gegen direkten Verfolger gerissen

Verbandsliga 6. Spieltag: Siegesserie gegen direkten Verfolger gerissen

Am 22.02.26 empfing unsere zweite Mannschaft daheim den Gütersloher SV III. 
Die Marschroute für dieses Ereignis war klar: gewinnen wir dieses Match, können wir uns schon mal die Aufsteiger-Shirts bestellen. Dass es gegen diesen Gegner allerdings keine klare Angelegenheit geben würde, war vorher allen bewusst und genauso verlief es auch.

Um kurz nach zehn startete der Mannschaftskampf recht pünktlich, auch wenn unsererseits noch nicht alle Spieler am Brett saßen. 
Alle Gütersloher waren im Gegensatz zur Vorsaison pünktlich und vorbildlich am Brett und schienen sehr motiviert, diesen Spieltag erfolgreich zu gestalten. 
Dies lag wohl nicht zuletzt an einem starken Saisonauftakt und der Ankündigung auf der eigenen Homepage, im Aufstiegskampf noch ein ernstes Wort mitreden zu wollen. 
Dass sie gestärkt und ernsthaft in das Match gehen wollten, signalisierte überdies ein reichhaltig aufgebautes Frühstücksbuffet in unserem Analyseraum.


Es war nicht einmal eine Stunde gespielt und schon ging es direkt zur Sache:

Tim Kröger hatte an Brett 5 das Vergnügen gegen den fast gleichaltrigen Dominic Fortenbacher mit Schwarz anzutreten. Dies ist zwar nicht Tims Lieblingsfarbe, jedoch konnte er aus der Eröffnung ziemlich gut das Gleichgewicht halten und in ein für Weiß nur leicht besseres Mittelspiel abwickeln.

Dann jedoch der Aussetzer: Sein Gegner griff indirekt einen am Rande postierten Springer an und statt diese vermeintliche Drohung laut Computer einfach zu ignorieren, zog ihn Tim auf ein Feld, wo er taktisch einfach geschlagen werden konnte. Damit musste er sofort aufgeben und nach ca. 70 min stand es 0:1. 


Noch weit vor dieser Aufgabe, herrschte nach wenigen Minuten Spielzeit schon Chaos am Brett 8 von Ralf Böckstiegel. In Zug 4 griff Ralf mit einem fürchterlichen Springeropfer fehl:




Es folgte Sxe5?? und nach nicht einmal fünf Zügen hätte Ralf hier bereits aufgeben können.

Sein Gegner mit ungefähr der gleichen DWZ (1709) blunderte aber ebenso und spielte Lxf2+??, wonach die Stellung wieder ausgeglichen ist.

Im Laufe der Partie tauschte sich vieles ab und nach knapp 40 Zügen einigte man sich auf Unentschieden.


Zwei weitere Kurzremisen steuerten Ulrich Hagemeier und Ralf Danielmeier in vollkommen ausgeglichenen Stellungen bei.


An dieser Stelle kam bei einigen Bündern die Befürchtung auf, diesen Mannschaftskampf tatsächlich verlieren zu können, da zu dem Zeitpunkt Kiril Konovalov (Brett 1), Reiner Gudath (Brett 7) und Tobias Maiwald (Brett 3) ziemlich unklar oder sogar schlechter standen. Einzig und allein Jannis Altenbernd stand an Brett 4 deutlich besser und konnte sich neben seinem Zeitvorteil im Mittelspiel eine strategisch gewonnene Stellung erarbeiten.


Doch selbst mit dem Rücken zur Wand zeigte sich erneut die Kämpfer-Mentalität unserer Mannschaft in dieser Saison.

Reiners Gegner wollte an Brett 7 etwas zu viel und verlor durch eine taktische Abwicklung eine Figur, woraufhin dieser aufgeben musste. Im gleichen Zuge musste allerdings unser Mannschaftsführer an Brett 4 aufgeben, da er es nicht geschafft hat, seinen König in Sicherheit zu bringen:




Hier folgte d5 und Michael Kretschmann (DWZ: 2020) gewinnt eine ganze Figur in für Schwarz hoffnungsloser Stellung.


Das Blatt wendete sich allerdings an Brett 1 und hier kam eine interessante Stellung aufs Brett:




Nach Kirils b5 spielte Theo Neumann (DWZ: 2078) hier laut Computer den besten Zug: f6!

Diesen Bauern kann man zwar nehmen, allerdings ist die Stellung für Schwarz alles andere als leicht spielbar.

In der Folge konnte Weiß jedoch nicht genügend Druck auf der f-Linie aufbauen und so entstand durch starkes schwarzes Gegenspiel am Damenflügel einige Züge später diese Stellung:




Gegen den offenen weißen König gewann Kiril in dieser Stellung mit Se4 auch noch eine Qualität und wenig später die Partie.

Und somit stand es nach 7 beendeten Partien und einem Wechselbad der Gefühle plötzlich 3,5:3,5.


Alles hing also von Brett 4 ab, wo Jannis auf Pascal Kandler (DWZ: 1850) traf und sogar den Mannschaftssieg perfekt machen konnte.

Wie sich schon im Verlaufe des Kampfes andeutete, hatte Jannis eine klar bessere Stellung auf dem Brett und zum Ende der Partie in beiderseitiger Zeitnotphase konnte er sich dann auch folgende Gewinnstellung erarbeiten:




Stockfish 17 zeigt hier +4,59 für weiß an, allerdings gibt er keinen konkreten Gewinnweg vor.

Auch Jannis sah hier keinen Gewinnweg und in der Angst, am Ende vielleicht doch noch mattgesetzt werden zu können, wiederholte er hier mit 10 Sekunden (Gegner hatte 20 Sekunden) auf der Uhr dreifach die Stellung.


Damit gab es also unter dem Strich „nur“ ein 4:4 gegen den direkten Verfolger, was aber wohl mehr der SG Bünde als dem Gütersloher SV hilft.
Betrachtet man den gesamten Matchverlauf, war dieses Unentschieden sicherlich leistungsgerecht aber aufgrund der kämpferischen Leistung der Gütersloher, hätte man hier auch definitiv verlieren können.
Daher sollte man diese Punkteteilung als Minimalerfolg werten und hat nun mit weiterhin 2 Mannschaftspunkten Vorsprung nach wie vor alles in der eigenen Hand.


Am 08.03.26 geht es bereits weiter, wo man auswärts auf die abstiegsbedrohte Mannschaft „zweihochsechs“ aus Bielefeld trifft.



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