NRW-Liga: Knappe Kiste
NRW-Liga: Knappe Kiste

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Der VW Multivan hat nur ein „Problem“, dass man bei voller Besetzung nur wenig Stauraum hat.
Alles geht halt nicht, viel Beinfreiheit und viel Gepäck… Ist dann halt eine knappe Kiste.
Da wir jedoch alle mit leichtem Gepäck unterwegs waren, war das nicht im Ansatz ein Problem und wir konnten alles entspannt unterhalb der Abdeckung verstauen.

Auf größere Probleme auf der Fahrt waren wir auch, im Fall der Fälle, vorbereitet.
Bei einem längeren Stau hätten wir problemlos die Computervorbereitung noch einmal vertiefen können.
Oder auch auf der Rückfahrt schonmal in die Computeranalyse reinschauen.

Die Fahrt war dann glücklicherweise ganz entspannt,
nicht ganz so entspannt ist dann jedoch die Parksituation in Bonn, zumal man mit einem fremden und großen Auto unterwegs ist.
Eine kostenpflichtige Garage hatte direkt in Hotelnähe zum Glück noch einen Platz frei, einparken dort war wieder eine knappe Kiste, hat aber funktioniert.
Entspannt konnten wir dann den Abend in einem griechischen Lokal ausklingen lassen.
Die nächste Herausforderung war es dann am nächsten Tag, einen Parkplatz am Spiellokal zu finden und 500m vom Spielort entfernt, ein freier Parkplatz und...
...der Parkplatz weckt Erinnerungen.
2021 hat Pascal direkt dort (also nicht auf den Parkplatz, sondern in dem Haus dahinter) Schach gespielt, privat bei Wolfgang Altenburg vom SC Empor Maulwurf Bonn und ist mit der Partie NRW-Pokalsieger geworden.
Hoffentlich ein gutes Omen (die Partie damals war auch eine knappe Kiste und wurde erst im Blitzen entschieden).
Wir mussten also nicht lange rumkurven und waren entsprechend früh am Spiellokal.
Der Gastgeber war noch nicht da, wir konnten also noch die Sonne genießen und etwas klönen
Kurz nach uns traf der Schiedsrichter. Peter Graf dürfte das erste Mal ein Bünder Spiel geleitet haben und wir können feststellen: Ein sehr netter und angenehmer Schachfreund mit einer ruhigen Spielleitung. Toll!
Der "große Gruppenraum" im Dietrich-Bonhoeffer-Haus stellte sich auch als enge Kiste heraus.
Die Tische waren in der Tiefe knapp größer als die Bretter, das ist nicht optimal, aber machbar.
An anderen Brettern zu gucken, war fast nicht möglich. Tische und Stühle standen zu eng, für einen Mannschaftskampf ist der Raum grenzwertig.
Jetzt aber endlich zum Spielgeschehen:
Wir benötigten Ersatz aus der zweiten Mannschaft, Jannis hat ausgeholfen – Danke dafür.
Aber auch bei den Bonnern fehlten Stammspieler (gut, dass wir auf dem Hinweg keinen Stau hatten, die Vorbereitung im „Bulli“ auf mögliche Gegner wäre damit ohne hinfällig gewesen), sodass wir leicht favorisiert waren.
Aber das waren wir auch vor sechs Wochen gegen Bonn Beuel und haben dort verloren.
Wir wollten und mussten unbedingt punkten, um nicht noch in den Abstiegskampf reingezogen zu werden.
Nach 2-3 Stunden waren noch alle Bretter fleißig am spielen und es für uns etwas freundlicher aus, nicht mehr – nicht weniger.
Den ersten vollen Punkt brachte dann die Partie von Boris.
Mit einem wuchtigen Angriffsspiel wurden sein Gegenüber förmlich überrannt. Ein sehenswerter Sieg und die wichtige Führung
Am Spitzenbrett hatte Pascal mit seiner aktiveren Stellung bereits die Chance auf ein gewinnbringendes Figurenopfer. Das ließ er aus, kurz danach flog seinem Gegner jedoch die Stellung um die Ohren. 2:0.
Bei Carsten zeigte der Computer in der Schlussstellung Ausgleich an, somit einigte sich beide zu Recht auf ein Remis.
Ein weiteres Remis zur 3:1 Führung dann durch Christian. Er stand lange etwas gedrückt und als sich die Angriffschancen von Weiß reduzierten, einigte man sich auf ein Unentschieden.
Benjamin reihte sich mit einem weiteren Remis ein.
In einer Partie, wo jeder mal etwas besser stand und Chancen hatte, konnten wir mit dem Remis besser leben.
Glück hatten wir bei der Partie von Jannis. Im Mittelspiel ist Jannis falsch abgebogen und sein Gegner konnte Bauern um Bauern gewinnen. Die Stellung war eigentlich klar gewonnen für Bonn, aber eben nur eigentlich.
Denn der Bonner opferte eine Qualität, vermutlich in der Annahme, dass die Freibauern stark genug sind. Zum Glück aus unserer Sicht war das einen Fehleinschätzung und Jannis konnte die Partie in ein Remis retten.
Die spannendste Partie des Tages war sicherlich die von Thomas.
Thomas stand toll und hatte Stellungsvorteil. Sein Figurenopfer gegen einige Bauern bewertet der Computer jedoch als falsch und bei korrekter Spielweise wäre das verloren gewesen. Aber wir sind zum Glück alle keine Maschinen und wenn die Bauern erstmal loslaufen ist das auch nicht einfach zu verteidigen. Sowas kennt vermutlich jeder.
Die Stellung war schwierig und damit auch sehr spannend für die Zuschauer.
Mit einer dreifachen Stellungswiederholung ging auch die Partie in ein Unentschieden, 4:2 für uns.
Auch wenn wir hier zu Beginn besser standen, war das nach der Partie von Jannis die nächste knappe Kiste.
Eine Partie lief noch und Maurice wollte nicht nur den Mannschaftssieg perfekt machen, sondern auch seine Partie gewinnen.
Und es sah gut aus, Maurice hatte einen tollen Angriff auf das Brett gezaubert, eine Unachtsamkeit ließ den Gegner jedoch entwischen und Maurice entschied sich zu einem Dauerschach mit Stellungswiederholung.
5:3 Auswärtssieg an einem Wochenende der knappen Kisten.
Da wir am nächsten Spieltag durch den Rückzug von Dormagen spielfrei haben und kampflos gewinnen, steht für uns mit diesem wichtigen und verdienten Sieg der Klassenerhalt fest.
Bevor wir in unsere sechste NRW-Liga-Saison (!) gehen, spielen wir am letzten Spieltag noch in Elberfeld.